Super Granny Personalvermittlung: Mit Freundschaft und Liebe von der Geschäftsidee zur Community


26 Mar

Februar 2019: Eine Freundin und ich gehen gemeinsam über einen Feldweg nahe Sossenheim. Die Luft ist kühl und die ersten Sonnenstrahlen der Frühlingssonne scheinen uns ins Gesicht. Wir sprechen über Geschäftsideen, über Selbstständigkeit und Freiheit. Wir philosophieren, wie wir uns in einer Tätigkeit verwirklichen können. Ich meine: “Wenn ich etwas unternehme, dann möchte ich etwas Sinnvolles machen. Ich möchte kein weiteres Wegwerfprodukt entwerfen, dass die Welt nicht braucht.” Das Praktikum, dass ich zur Zeit bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) mache, prägt meine Denkweise und schließlich formuliere ich es so: “Ich möchte etwas für Menschen tun, etwas, dass einen gesellschaftlichen Mehrwert schafft.” Meine Bekannte und ich kommen letztendlich auf gesellschaftliche Themen. Wir denken darüber nach, welcher Wandel kommen wird und wir stellen fest: Wir haben eine älter werdende Gesellschaft. Viele Leute, die heute auf dem Arbeitsmarkt sind, gehen bald in Rente. Diese Menschen werden viel Zeit haben und noch viele Jahre leben. Da braucht man doch bestimmt eine sinnvolle Tätigkeit! Aber was? Was könnte man als Oma machen? –Kinder betreuen! Eine weitere Geschäftsidee war geboren! Wir reden noch einige Zeit angeregt darüber und beenden dann unseren Spaziergang. Ich schreibe mir die Idee auf die Liste mit meinen Geschäftsideen.

März 2019: In diesem Monat fliege ich nach Barcelona, um die Frühjahrssonne zu genießen und um an meinem Geschäftsplan zu arbeiten. Dieses Vorhaben setzte ich so (leider) jedoch nicht um. Anstatt dessen treffe ich Katya mit der ich mich zunächst locker anfreunde. Katya ist selbstständig und arbeitet im Bereich Datenanalyse. Ich bin von ihrem bisherigen Werdegang, ihren Erfahrungen und vor allem ihren Zielen sehr beeindruckt. Ich habe zuvor noch nie eine Frau getroffen, die mich in beruflicher Hinsicht dermaßen inspiriert!  Katya ist eine Person, die später eine wichtige Rolle in meinem Privat- und auch Berufsleben spielen wird.

April 2019: Nach wie vor bin ich bei der GIZ als Praktikant tätig. Die Idee der Kinderbetreuung durch Omas hält mich fest. Ich rede mit Kollegen, Freunden und Familie über diese Idee. Viele sind begeistert. Ich gehe in meiner Freizeit zu Start-up Events und fange an, erste Zeilen eines Geschäftsplans zu schreiben. Während dieser Zeit treffe ich einen weiteren Menschen in meinem Leben. Er ist fast doppelt so alt wie ich und hat eine großartige Karriere hinter sich. Nun ist er im Sabbatical und möchte sich umorientieren. Diesen Menschen zu treffen ist für mich mit dem Finden der goldenen Nadel im Heuhaufen gleichzusetzen. In dieser Zeit bin ich sehr motiviert und erstelle erste Marktanalysen. Ich entwickle meine Idee zu einem Konzept, von dem ich fest überzeugt bin. Mein neuer Bekannter Frank und ich treffen uns gelegentlich, um über mein Konzept zu sprechen. Frank motiviert mich, steht mir mit Rat bei und formt meine Denkweise.

Juni 2019: Ich gehe zu einem IHK-Gründerkurs und informiere mich über die Schritte der Gründung. Ich erkundige mich nach einem Webseitenanbieter und überlege mir einen Namen für meine Unternehmung. Super Granny soll es heißen. “Jetzt fehlt nur noch das Logo,” denke ich. Katya kommt mich das erste Mal in Frankfurt besuchen und wir haben eine schöne Zeit zusammen.

Juli 2019: Das Praktikum bei der GIZ kommt zum Ende und ich muss mich entscheiden, wie es für mich karrieremäßig weitergeht. Frank und ich treffen uns öfters und wir haben uns locker angefreundet. Da ich mit 26 Jahren noch realtiv jung bin, denke ich mir “Wenn ich es nicht jetzt probiere, wann dann?” Ich erzähle Frank, dass ich es drei Monate probieren möchte. Ich sage zu Frank: “Wenn es nach drei Monaten nicht funktioniert, dann mache ich eben etwas anderes.” Frank ist nicht begeistert.

August 2019: Meine Recherche für die Grundlagen einer Gründung wird in die Praxis umgesetzt. Mit einem Baukastenanbieter fange ich an eine Webseite aufzusetzen. Webseiten sind damit schnell erstellt und auch schnell gelöscht. “Völlig cheesy”, wie Frank es beschreiben würde. Die Webseite wird geschmückt mit ersten Fotos, Texten und Amateur Call to Actions (Handlungsaufforderungen für Interessenten). Mein erster Call to Action lautet: “Interessiert? Jetzt Kinderbetreuung realisieren.” Komisch, dass sich bei einer so einfühlsamen Handlungsaufforderung nur wenige Leute melden...

September 2019: Ich bastle Tag und Nacht an meiner Webseite. Einzelne Pages werden erstellt, angepasst und gelöscht. Nebenbei erstelle ich ein Impressum und AGBs. Allein dafür verbringe ich fast zwei Wochen Arbeit. Katya, die eigentlich in Moskau wohnt, kommt mich erneut besuchen. Sie erzählt mir, dass die wirtschaftliche Situation in Moskau nicht so ist, wie sie es sich wünscht. Außerdem stellt sie fest, dass ihr Deutschland -und ganz besonders Frankfurt, sehr gut gefällt. Es scheint ernster zu werden...

Oktober 2019: In diesem Monat investiere ich in mich selbst. Ich gehe auf ein Seminar von dem Vertriebsprofi Dirk Kreuter. Ich lerne über besseren Umgang mit Kunden am Telefon und dass es letztendlich nicht darauf ankommt, den Leuten etwas anzudrehen, sondern Mehrwert zu schaffen, zu kommunizieren und als Unternehmen gesehen zu werden. Um dies umzusetzen, mache ich erste Marketing Anstrengungen, kontaktiere Vereine und erstelle Aushänge für Kindergärten und Supermärkte. In den Kitas treffe ich auf Zustimmung und es melden sich erste Interessenten. Ich mache erste Hausbesuche und lerne über die Probleme des Familienalltags. In diesem Monat fange ich auch an eine erste Wurfsendung zu planen, die sich an potenzielle Super Grannies richtet. Fast 300 Flyer werden in Frankfurt Sachsenhausen zugestellt, doch leider melden sich kaum Grannies. Den Grund dafür werde ich erst später erfahren.

November 2019: Trotz dessen, dass meine Marketingerfolge bisher überschaubar sind, lasse ich mich nicht unterkriegen. Innerhalb kürzester Zeit lese ich ein Buch über Suchmaschinenoptimierung und ich lerne was ich tun muss, um auf Google und in anderen Suchmaschinen sichtbarer zu werden. Es stellt sich heraus, dass dies sehr technisch ist und eine langfristige Anstrengung wird. Um die Bedürfnisse von Omas besser zu verstehen, gehe ich auf die Straße und befrage potenzielle Super Grannies nach ihrer Meinung zu meiner Geschäftsidee. Ich versuche zu verstehen, wo sich die Grannies aufhalten könnten. Eine nette Oma gibt mir den Tipp in Bibliotheken zu gehen und sagt, dass sie selber schon einmal auf Kinder aufgepasst und dies Riesenspaß gemacht hätte. In weiteren Gesprächen frage ich Omas nach ihrer Meinung für eine Bildanzeige, die ich für die lokale Zeitung “Frankfurter Wochenblatt” vorbereite. Daraufhin erscheint am sechsten November die erste Anzeige von Super Granny Personalvermittlung im Stellenmarkt des Frankfurter Wochenblatts. Am siebten November ist mein Geburtstag und dazu habe ich hohen Besuch geladen. Sowohl Frank, der nun ein sehr enger Freund von mir geworden ist und auch Katya kommen zu meiner Geburtstagsparty. Mit mehreren Freunden verbringen wir einen schönen Abend und Trinken auf die Freundschaft und auf die Liebe. Eine Woche später frage ich Katya, ob sie meine Freundin werden möchte und sie sagt vollen Herzens “ja”.

Dezember 2019: An Weihnachten schalte ich meine ersten Facebookwerbungen. Eine für Familien und eine für Omas. Das Bild vor dem Weihnachtsbaum mit dem Slogan “Omas sind wie Mamas nur mit Puderzucker” wird gut aufgenommen und bekommt einige Likes. Ich bedanke mich bei den tollen Mamas und Omas, die uns ein schönes Weihnachtsfest bescheren und wünsche allen eine frohe Weihnacht. Weiter versuche ich die Sichtweise von Mamas und Omas einzunehmen, um auch künftig ansprechende Post zu gestalten. Denn auch hier gilt: Der Mehrwert für meine Kunden muss immer an erster Stelle stehen. Die Weihnachtszeit verbringe ich unter anderem damit innerhalb kürzester Zeit ein Buch über digitales Marketing und PR zu lesen, um meine fachliche Lernkurve weiter zu stimulieren.

Januar 2020: Um an meiner Sichtbarkeit zu arbeiten, entscheide ich mich für den Kauf einer Videoausrüstung. Ein Ansteckmikrofon und zwei Fotolampen werden bestellt und zusammen mit einem Stativ und meinem Smartphone werden erste Videos gedreht. Um ein Video zu drehen ist meine Kreativität gefragt und ich muss Hirnschmalz in die Texte stecken. Wenn erst einmal Kamera, Mikrofon und Fotolampen in Position sind, muss ich Ton- und Bildqualität prüfen und mehrere Videoszenen drehen bis eine gute Szene im Kasten ist. Anschließend geht’s dann an die Videobearbeitung. Konkret heißt das: Videoschnitt, Recherche von Musik, Videoeffekte einbauen und Transkribieren. Ein kurzes Video kann dabei schon fast einen ganzen Arbeitstag in Anspruch nehmen.

Februar 2020: Dieser Monat ist einfach nur verrückt. In diesem Monat entscheide ich mich dazu die Bilder auf meiner Webseite auszutauschen und die Webseitenstruktur zu verschlanken. Es gibt ein Sprichwort, das sagt “Bilder sagen mehr als 1000 Worte” und dieses Sprichwort sollte Recht behalten. Durch eine Facebookanzeige gelingt es mir über 4000 Eindrücke und über 323 Linkklicks auf meine Webseite zu erzielen. In diesem Monat melden sich gleich mehrere Omas, die gerne als Super Granny auf Kinder bei einer lieben Familie aufpassen möchten. Ich habe mehrere persönliche Treffen in meinem Kalender, die ich jedoch leider absagen muss. Trotz meines erfolgreichen Marketingansatzes macht mir eine globale Pandemie einen Strich durch die Rechnung und lässt meine Euphorie etwas ernüchtern.

März 2020: Ich entscheide mich der aktuellen Situation mit einem kühlen Kopf zu begegnen. Ich mache mir bewusst, dass es in den kommenden Wochen (oder Monaten?) keine persönlichen Zusammenkünfte zwischen Super Grannies und Familien geben wird und überlege mir, wie ich mit dieser Situation umgehen kann. Um die Zeit des wirtschaftlichen Stillstandes sinnvoll zu gestalten, möchte ich nun mehr in sozialen Netzwerken aktiv werden und eine Super Granny Community aufbauen. Bis heute bin ich für den Halt meiner Freundin, meiner Familie, Freunde und Bekannten dankbar. Ich bin der festen Überzeugung, dass gerade in einer Zeit wie dieser es besonders wichtig ist sich mit Menschen auszutauschen, einander zuzuhören, zu ermutigen und beizustehen. Und genau deshalb möchte ich Ihnen in den kommenden Wochen Inhalte bieten, die ermutigen, motivieren und Hoffnung und Zuversicht geben sollen. Ich danke Ihnen, dass Sie dabei sind und wünsche Ihnen, Ihrer Familie, Freunden und Bekannten eine gute Zeit.